Klingenkunst und scharfe Schnitte
Tausende Messer und kein Ende - hier haben Sie den Überblick.

Steinzeit




Mit einer Klinge aus Stein zerlegte der Neandertaler seine Beute. Bis auf die Tatsache, das wir heute auf den Markt gehen, dort unsere Beute machen, hat sich an der grundsätzlichen Arbeit des Schneidens nicht viel verändert. Die Klingen sind allerdings besser geworden. Es hat sich auch die Auswahl des Schneidwerkzeugs deutlich erweitert. Heute haben wir für jede Schneidaufgabe ein passendes Messer und können noch die Qualität auswahlen.

Bronzezeit

Die Bronzezeit ist der nächste wesentliche Schritt in der Herstellung von Schneidwerkzeugen. Durch die Legierung von Kupfer und Zinn ließen sich Werkzeuge herstellen, die in ihrer Härte und Schnitthaltigkeit den frühen Reinkupferwerkzeugen deutlich überlegen waren. Verhüttungstechnisch, und dessen sollten wir uns bewußt sein, waren hier zum Erschmelzen der Metalle aus den Erzen schon Temperaturen über 1000 Grad erforderlich. In Ägypten, wo durch die Prachtbauen der Bedarf an Werkzeug ernorm hoch war, fand schon eine Art industrieller Produktion statt, hier gab es Werkstätten mit bis zu 20 Schmelzöfen.

 

Eisenzeit

Messergeschichtlich betrachtet ist die Eisenzeit die Zeit, in der wir heute noch leben. Die Verhüttung von Eisenerz zu Eisen, ist auch heute noch die Grundlage der Messerproduktionen. Zeitgeschichtlich gibt es Vermutungen, das der Mangel an Zinn den Übergang der Bronzezeit in die Eisenzeit beschleunigte.

Um das Eisen aus dem Erz  zu erschmelzen, die große Hitze zu erzeugen, war Holz, also Kohlenstoff von nöten. Beim Schmelzprozess ging das Eisen ( chem. FE ) eine Verbindung mit dem Kohlenstoff ( chem. C ) ein. Es entstand Stahl ( chem. Fe 3 C ), härtbares Eisen. Die Höhe des Kohlenstoffgehaltes entscheidet über die Härtbarkeit des Stahls. Als Faustformel für Messerschmiede gilt: Stahl ist alles schmiedbare Eisen mit einem Kohlenstoffgehalt von 0,4 % bis 1,5 %.

 

 

Rostbeständiger Stahl

Seit  ca. 1920 gibt es in der Klingenproduktion den ersten rostbeständigen Stahl. Diese Stahlart entsteht durch die Zugabe von Legierungszusätzen wie Chrom, Molybdän und Vanadium, es entsteht legierter und hochlegierter Stahl, je nach Zugabemenge. Die Legierungszusätze schützen den Stahl vor Rost, machen ihn jedoch auch zäh. Z.B.: Ein Messer aus Kohlenstoffstahl können sie viel leichter schärfen als ein Messer aus hochlegiertem Stahl.Hier ist auf jeden Fall die Solinger Firma Robert Herder gegr. 1872 zu erwähnen, die mit ihren Windmühle Messern
Rostfreien Stahl gibt es nicht. Bei der Sathlproduktion sind im Gefüge immer auch Fe3C Moleküle und Eisenatome, die rosten.